Apple ///, Teil 2

Defekter Apple 3

Kaum sind sechs Jahre vergangen, schon findet sich die Zeit, um sich wieder um den Apple /// zu kümmern. Es gingen eben andere Arbeiten bzw. Geräte vor, aber nun ist der Apple /// endlich wieder dran.
Um keine Lücke in der Ausstellung zu hinterlassen, baue ich zuerst nur mal das Netzteil und die Hauptplatine des Rechners aus, um diese zuhause mit meinem Equipment unter die Lupe nehmen zu können.

Nach sechs Jahren hat man auch etwas mehr Erfahrung gesammelt – vielleicht habe ich deshalb auch die Reparatur rausgezögert – und schon beim Netzteil fielen mir gleich die RIFA Kondensatoren ins Auge. Damals hatte ich nur die Spannungen gemessen und für gut empfunden, kannte aber das Problem mit den RIFAs noch nicht. Alte RIFA Kondensatoren müssen unbedingt getauscht werden, wenn diese schon Risse aufweisen werden sie mit Sicherheit in nächster Zeit bei Benutzung explodieren. Ist ja mittlerweile kein Hexenwerk, das zu tun.

Altersschwacher RIFA

Okay, manche machen ein komplettes Recapping und tauschen alle Elkos aus, aber da bin ich jetzt pragmatisch und lasse die alten Elkos unberührt, da sie noch gut aussehen und bisher nicht ausgelaufen sind. Die Spannungen passen auch.

Wenn man den Apple /// nun einschaltet erscheint ein “relativ stabiles” Bild auf dem Monitor mit einem blickenden Block in der linken oberen Ecke. Dies könnte die RAM Diagnostics Anzeige sein.
Anhand des System Manuals, das wirklich gut ist, gehe ich das Flussdiagramm zur Diagnose durch und bleibe bei einem Datensignal bei den RAMs hängen. Bis auf eine Datenleitung sehen alle anderen normal aus und zucken auf gewohnte Weise. Nur auf dieser einen Leitung zeigt sich ein seltsames stabiles Signal, das nun zu untersuchen ist. Es hängen nur zwei 4164 RAMs an dieser Leitung. Beim Tausche des ersten ICs änderte sich nichts und beim Tausch des zweiten ICs durch ein Ersatz DDR RAM U2164D zeigt der Monitor ein stabiles Bild.

RAM Test

Profile Laufwerk

Auch die 5MB Festplatte des Apple ///, die Profile benötigt etwas Arbeit. Es beherbergt eine Seagate ST506 Festplatte sowie die zugehörige Ansteuerelektronik und ein Netzteil. Vor allem dieses muss überarbeitet werden, denn es beherbergt 5 RIFA Kondensatoren, die auch wieder rissig sind. Auch die Lade- und Glättungs-Elkos tausche ich in diesem Zug gleich mit aus.
Die Beinchen der Elkos sind umgebogen und mit angelötet, was es fast unmöglich machst, diese mit der Entlötpumpe auszulöten. Der einfachste Weg hier ist, abwechselnd die Beinchen des Elkos zu erhitzen und  diesen dabei herauszukippeln. So ist das eine Arbeit von nur wenigen Sekunden. Das Lötauge wird anschließend freigesaugt.

Nach dem Recapping startet die Profile mit dem typischen Sound alter, großer Festplatten. Groß im Sinne von den Abmessungen.


Startmeldung des Apple ///

Das Mainboard und das Netzteil nehme ich wieder mit ins Computeum und baue es provisorisch ins Gehäuse ein. Der Test mit dem Apple Monitor ist schon mal negativ – er synchronisiert nicht. Auch zwei andere Monitore bringen kein stabiles Bild auf den Schirm. Enttäuscht baue ich das Board wieder aus und nehme es mit. Tastatur und des externe Diskettenlaufwerk nehme ich auch gleich mit.

Zuhause an meinen Monitor angesteckt wird wieder ein sauberes Bild dargestellt und auch das Oszilloskop zeigt ein sauberes Signal mit 15,462 kHz an. Mit eingesteckter Tastatur und Diskettenlaufwerk kommt auch die erwartete Bildschirmmeldung “READY” bzw. “RETRY” und es wird auf das Laufwerk zugegriffen.

Jetzt gilt es, eine Startdiskette zu bekommen oder zu erstellen. Eine Möglichkeit wäre es, diese per serieller Schnittstelle direkt auf den Apple zu übertragen.
Aber dies ist eine andere Geschichte…

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