Digital VT320 Terminal

VT220 Terminal (Vorgänger)

Das nächste Projekt ist ein VT320 Terminal der Firma DEC (Digital Equipment Corporation) aus dem Jahre 1988.

Soweit scheint es auch noch zu funktionieren, jedenfalls kommt man mit angeschlossener Tastatur LK-401 ins Setup-Menü, wenn man die Funktionstaste F3 drückt. Es lassen sich alle Einstellungen durchführen und für die Verbindung zum PC anpassen. Also USB-zu-Serial-Adapter angeschlossen und PC  mit Terminal verbunden und ganz simpel mit

echo "Hello World!" > /dev/ttyUSB0

einen Text ausgeben…

Es wäre zu schön gewesen, aber auch dieses Gerät hat eine Macke:

Im oberen Bereich des Monitors wird der Text verzerrt. Auf der unteren Hälfte  wird er korrekt angezeigt, wohingegen der Text in der oberen Hälfte sowohl gestaucht, als auch gestreckt dargestellt wird.

VT320 gestörte Ausgabe

Selbstverständlich wird das Gerät erstmal geöffnet und einer optischen Inspektion unterzogen. Das Gehäuse lässt sich mit zwei Schrauben öffnen und die weiteren Komponenten komplett ohne Werkzeug auseinander nehmen. Es ist jedoch Vorsicht geboten, da einige Bauteile noch unter Hochspannung stehen können!

Zumindest sehen alle Elkos im Inneren optisch noch gut aus und sind nicht gebläht. Einzig der Bügel um das Joch des Zeilentrafos ist stark angerostet und auch das Joch selbst hat Abplatzungen.

Zeilentrafo

Da ich mit Monitor-Technik nicht auskenne, bitte ich um Hilfe beim Verein zum Erhalt klassischer Computer.

Hier wird schnell und professionell der Fehler eingegrenzt, sodass ich die suspekten Bauteile auslöten und durchmessen kann.

Das Problem ist demnach um den IC TDA1170N gelagert. Es deutet vieles darauf hin, dass ein Kondensator nicht mehr ordentlich seinen Dienst verrichtet. Aus diesem Grund löte ich alle betroffenen Elkos aus, um diese zu messen und zu ersetzen. Auch Widerstände und Dioden, die mit dem IC verbunden sind und für die vertikale Ablenkung zuständig sind, werden überprüft. Nach zwei Stunden Lötarbeit bin ich jedoch keinen Schritt weiter.

Überprüfte Bauteile

Alle Bauteile sind im Toleranzbereich und die Ausgabe am Bildschirm ist immer noch gleich.

Auch der Vorschlag, die Leitungen am Y-Joch zu tauschen führte zu keinem Erfolg und der Fehler blieb. Im Endeffekt bleibt ein verdächtiger Kondensator, dessen Werte zwar im Toleranzbereich sind, aber vor allem diesen will ich durch einen neuen Elko ersetzen. Sollte sich auch hier keine Besserung ergeben, so muss der IC TDA1170N ersetzt werden. Auch dieser ist immer noch erhältlich – der Preis liegt bei knapp über 10€.

Am Wochenende habe ich extra nochmal zwei passende Kondensatoren besorgt, denn ich hatte keinen Elko mit 470µF, 25V und keinen 0,1µF, 100V bei der Hand. Doch auch mit diesen neuen Kondensatoren habe ich immer noch das selbe Fehlerbild.

R107 zum Testen hochgebogen
R107 zum Testen entlötet

Um den Fehler weiter eingrenzen zu können, entlöte ich von der Y-Ablenkung den Widerstand R107, der in Reihe zum Kondensator C111 ist – dem bereits getauschten 0,1µF Kondensator. Aber auch durch diesen Versuch ohne R107 ändert sich nichts am Fehlerbild.

Wiederholt hole ich mir Hilfe von Reinhold und wir suchen das Problem immer noch um den TDA1170 und wir rätseln, was den Fehler an der Spule verursachen kann. Bis Reinhold spontan sagt: Lass uns die Versorgungsspannung testen. Das hatte ich zwar auch schon gemacht, und +5V und +12V waren unter Last korrekt und auch die ungeregelten 18,5V lieferten ca. 21 Volt. Sollte also passen. Bei genauer Inspektion des Netzteils fiel dann auf, dass die Elkos teilweise ausgelaufen waren. Wir ersetzten (fast) alle Elkos, bauten das Terminal wieder  zusammen, bis wir es in Betrieb nehmen konnten und – Tada – es funktioniert!

War es doch tatsächlich die Versorgungsspannung, die an der Spule zusammengebrochen ist. Diese ungeregelten 18,5V hatte ich nur im Leerlauf gemessen und dies deshalb nicht bemerkt. Mist. Sowas sollte mir nicht passieren. Jedenfalls hatten die kaputten Elkos einen ESR-Wert von ca. 120 Ohm. Da funktioniert kein glätten oder filtern mehr.

3 Terminals
VT320, VT220, Ampex A210

 

 

Es ist geplant, zum Stadtfest 2024 diese drei Terminals im Computeum auszustellen um damit auf einem Linux-System erste Erfahrungen sammeln zu können.

Keine Nachlese – aber ein Gutes Neues Euch allen.

Ein Covid-Test mit deutlichem Ausschlag
Schlechte Nachrichten

Eigentlich sollte das hier eine Nachlese sein – und das auch schon zu Sylvester – aber dann hat pünktlich zum Fest Corona zugeschlagen. Das Schlimmste ist vorbei, im Moment huste ich mir noch die Seele aus dem Leib, es geht aber bergauf und die Nachlese sollte bald weitergehen.

Nochmal, Euch allen ein Gutes Neues und ein erfolgreiches Jahr. 2024 wird sicher super!

Adventskalender – Teil 1 (Türchen 1-4)

Symbolbild KalenderIm Moment läuft ja auf unseren Kanälen auf Mastodon, Bluesky und Twitter unser Adventskalender. Jeden Tag ein Bild eines Computers – aber nicht irgend einen, sondern einen mit der richtigen Nummer passend zum Türchen 🙂

Für all die, die nicht dort sein können oder wollen, gibts hier nochmal alle bisherigen Türchen. „Adventskalender – Teil 1 (Türchen 1-4)“ weiterlesen

Adventskalender sind ne Schnapsidee

Kalendertüre Nuemmr 1
Vorfreude hat eine Nummer 🙂

Es ist ja mal wieder diese Zeit in der man täglich ein Türchen öffnet. Alle lieben es und aus einem urdeutschen Brauch mit etwas Schokolade ist ein weltweites Phänomen mit Kalenderinhalten von Bier bis Sex-Spielzeug geworden. Da müssen wir natürlich auch mitmachen. Z.B,. indem wir jeden Tag einen Computer auf unserem Twitter-Kanal zeigen. „Adventskalender sind ne Schnapsidee“ weiterlesen

Sneak Preview

Am Samstag, 17.06.2023, ist hier in Vilshofen wieder Donaugassenfest. Wie das Schicksal so will, ist das Computeum ja in eben dieser Donaugasse. Also haben wir uns gedacht, da müssen wir auch mitmachen. Nur ist die Ausstellung noch nicht fertig. Mist.  Aber warum eigentlich geheim halten?

Deswegen gibt es jetzt eine einmalige Sneak-Preview der Ausstellung!

„Sneak Preview“ weiterlesen

PET 2001-32N, Nachtrag: 31743 bytes ram free

Endlich 32k RAM

Die Spezialisten unter Euch werden sicherlich sofort bemerkt haben, dass beim Start des PET 2001-32N nur 15359 freie Bytes angezeigt werden und nicht ca. 32000 freie Bytes, wie schon die Bezeichnung “32N” im Namen des PET andeutet. Auch mich lies das nicht in Ruhe, obwohl ich das “Projekt PET” eigentlich schon abgeschlossen hatte. „PET 2001-32N, Nachtrag: 31743 bytes ram free“ weiterlesen

PET 2001-32N, Teil 5, Finale

ICs
Finale Ersatzteile

Es ist ein Kampf – der PET gegen meine Geduld. Durch die teilweise langen Wartezeiten auf Ersatzbauteile findet man Zeit zwischen den Reparaturen, sich Gedanken über nächste Tests zu machen. So konnte ich feststellen, dass mit dem originalen VIA der PET zwar bis zum Basic startet, das aber recht unzuverlässig. Und mit Vossis Testprogramm spuckt der PET nur Mist aus und scheint auch auf Berührungen des Boards zu reagieren. Mit dem ersten Ersatz-VIA läuft Vossis Testprogramm nur, wenn der IRQ-Pin weggebogen wird, dann aber sehr stabil. Jedoch sind beide VIAs defekt und unbrauchbar. „PET 2001-32N, Teil 5, Finale“ weiterlesen