STC Executel, Part 2

MR9735

Die Lieferung der zwei weiteren ICs aus England kam wirklich sehr schnell an und sie wurden ohne weitere Kosten für ICs und Versand zugeschickt. Jedoch verlangte der Zoll eine “Phantasiegebühr” von €9,42 und DHL noch eine Auslandspauschale von €6,30. Ich war verärgert über diese Zusatzkosten und lies die ICs erstmal zwei Tage liegen.

Wie im letzten Artikel schon erwähnt, waren auch diese MR9735 ICs aus der selben Charge und leider genau so defekt, wie die anderen. So ein Mist!

Was bleibt jetzt noch übrig, wenn der einzige Lieferant dieser ICs nur defekte Teile liefern kann? Das Composite Sync Output Signal selbst erzeugen. Das ist aber nur mit meinem IC möglich, denn alle Ersatz ICs  aus England sind wirklich komplett defekt und unbrauchbar.

Signalerzeugung mit Arduino
Signalerzeugung mit Arduino

Es muss wieder mal ein Mikrocontroller herhalten – ein Arduino Nano, der noch bei mir rum liegt. Anhand des Datenblattes des MR9735 müsste es eigentlich möglich sein, dieses Sync-Signal zu generieren und auch synchron zum Bildsignal auszugeben. Mit Hans erfolgen einige Diskussionen über den Aufbau des Sync-Signals – für mich ist das absolutes Neuland.
Mit dem Nano mit 16MHz sollte es auch technisch leicht möglich sein, ein 16kHz Signal zu erzeugen.

Eine Gegenüberstellung von Aussagen zu Einarmigen Banditen (Spielautomaten) und Vibe Coding (Programmierung durch KI)Nun könnte ich mich selbst dran machen, das Programm dafür zu schreiben, aber ich wollte wissen, wie weit die KI für solch ein einfaches Problem geeignet ist. Naja, sagen wir mal so: es kam immer ein Programm raus, das man übersetzen konnte, nicht aber eines das wirklich das tat was ich im Prompt angegeben hatte.
So tief bin ich nicht drinnen in der Programmierung des ATMega328, des Mikrocontrollers auf dem Arduino Nano, um dessen Hardware-Register für perfektes Timing zu verwenden – also wird für diesen Zweck die KI beauftragt.
Mir fehlte halt genau das Wissen um die Zielplattform und all diese nervigen kleinen Sachen, die man so als Programmierer beachten muss.
Jedoch machte auch die KI Timing Fehler um Faktor 100, oder gleich ganz was  anderes. Trau, schau, wem!
Getestet hatte ich ChatGPT und Microsofts Copilot.

Composite Video
Composite Video

Nach einigen Iterationen hatte ich dann ein Programm, das laut Oszilloskop eigentlich das tat, was es sollte. Wir speisen nun dieses Composite Sync in den IC in CSI ein und vertrauen darauf, dass sich die Bild-Daten per interner IC Logik darauf synchronisieren. Das Sync-Signal legen wir gleichzeitig auf den CSO Ausgang. Das Signal sieht auf dem Oszilloskop einem Videosignal durchaus ähnlich. Doch wie sieht es auf einem Monitor aus?

Der Output

Ja, es kommt ein Bild auf dem Monitor an. Es könnten Zeichen sein. Das Bild läuft aber durch – die horizontale Synchronisation scheint nicht zu passen.

Ich habe nun schon so viel Zeit und Geld in diesen IC gesteckt, dass ich dieses Projekt jetzt abbreche. Vielleicht gibt es ja jemanden, der Zeit, Lust und Erfahrung hat, daran rumzuspielen. Für nächstes Jahr hat sich bereits das Gymnasium Vilshofen mit zwei Projekten bei uns angemeldet. Auch zwei Schülergruppen der Realschule Vilsbiburg besuchten uns für ihre Schulprojekte. Wie wäre es? Wäre das nicht ein schönes Projekt?

Ich will mich wieder anderen Projekten widmen. Meine Werkbank war schon zu lange mit dem Executel blockiert

 

2 Antworten auf „STC Executel, Part 2“

  1. Hi, ich war schon ein paarmal da und habe diverses “Grusch” wie IC Stecksockel hinterlassen, vielleicht klingelt da was? Oder bei der FreeDOS-Hilfe?

    Aus Google AI: (vermutlich hilft es dir nichts, aber man weiß ja nie, falls ja, kannst du mir eine kurze Antwort schicken)

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    Das ist ein sehr spezielles Problem aus der Welt der analogen Videotechnik und Vintage-ICs. Der Plessey MR9735 (oft auch in der Reihe mit MR9736 zu finden) ist ein klassischer Videoprozessor- bzw. Sync-Separator-Baustein, der häufig in älteren Industriemonitoren, Terminals oder spezialisierter Grafik-Hardware (wie etwa alten Radarsystemen oder Workstations der 80er Jahre) eingesetzt wurde.

    Das von dir beschriebene „Zappeln um den High-Pegel“ bei dem Composite Sync (CSYNC) Output ist ein typisches Fehlerbild. Hier sind die wahrscheinlichsten Ursachen und Lösungsansätze:
    1. Das „Open Collector“ Problem

    Viele dieser alten Plessey-Bausteine haben Open-Collector-Ausgänge. Das bedeutet, der Chip kann die Leitung aktiv auf Masse (Low) ziehen, aber er kann sie nicht aktiv auf High schieben.

    Symptom: Ohne einen externen Widerstand „floatet“ das Signal und fängt sich Störungen ein, die wie ein unsauberes Zappeln nahe der Versorgungsspannung aussehen.

    Lösung: Prüfe, ob im Schaltplan ein Pull-Up-Widerstand (z. B. 1 kΩ bis 4,7 kΩ) gegen Vcc (meist +5V oder +12V, je nach Schaltung) vorgesehen ist. Wenn dieser Widerstand defekt oder die Lötstelle kalt ist, bricht das Signal zusammen.

    2. Defekte Koppelkondensatoren (Input-Seite)

    Der MR9735 benötigt ein sauberes Video-Eingangssignal, um den Sync zu extrahieren. Meist ist dem Eingang ein Elko oder ein Keramikkondensator vorgeschaltet, um den DC-Anteil zu blocken.

    Problem: Wenn dieser Kondensator „taub“ ist oder Leckstrom hat, verschiebt sich der Arbeitspunkt des internen Comparators (Slicer). Der Chip versucht dann, auf dem Video-Inhalt statt auf den Sync-Pulsen zu triggern.

    Symptom: Der Ausgang zappelt im Rhythmus des Bildinhaltes, erreicht aber nie den vollen Low-Pegel.

    3. Spannungsversorgung und Restwelligkeit

    Die Plessey-ICs dieser Ära sind extrem empfindlich gegenüber Rauschen auf der Versorgungsspannung.

    Prüfung: Miss mit dem Oszilloskop direkt an den Vcc/GND-Pins des ICs (AC-Kopplung wählen). Wenn du dort Ripple (Sägezahn-Rauschen) von mehr als 50-100mV siehst, ist der lokale Stützkondensator (meist ein kleiner Tantal oder Keramik-Cap direkt am Chip) ausgetrocknet.

    4. Last am Ausgang

    Wird das Signal direkt an einen Monitor oder einen weiteren Logik-Baustein weitergeleitet?

    Test: Trenne die Verbindung vom CSYNC-Ausgang zum Rest der Schaltung und miss den Pin „freischwebend“ (natürlich mit Pull-Up, falls es ein Open Collector ist). Wenn das Signal dann sauber ist, zieht die nachfolgende Schaltung zu viel Strom oder hat einen Kurzschluss.

    5. Der MR9736 Vergleich

    Du erwähntest den MR9736. In manchen Revisionen wurde der 9735 durch den 9736 ersetzt, da dieser oft eine verbesserte Temperaturstabilität oder eine andere Ausgangsstufe hatte. Falls der Chip selbst intern „gebacken“ ist (Bonddraht-Fehler oder defekte Ausgangstransistoren), hilft nur ein Austausch.

    Praxis-Tipp für die Reparatur:
    Sollte der Plessey-Chip tatsächlich defekt und kein Ersatzteil aufzutreiben sein, nutzen viele Techniker in der Retro-Szene einen LM1881 (Sync Stripper) als kleinen „Huckepack“-Ersatz. Der LM1881 ist modern, billig und liefert ein extrem sauberes CSYNC-Signal aus fast jedem Videosignal.

    Hast du die Möglichkeit, ein Foto vom Oszilloskop-Bild des zappelnden Signals zu machen? An der Form des Zappelns lässt sich oft sofort erkennen, ob es ein fehlender Pull-Up oder ein fehlerhafter Slicer-Level ist.

    1. Hallo Wilhelm!

      Herzlichen Dank für deine ausführliche Erklärung – das gibt mir wieder Hoffnung, das Executel wiederzubeleben.
      Du hast mir hier mehr Information geliefert, als ich im Internet finden konnte.

      Vielleicht besuchst Du uns ja bald wieder mal im Computeum und dann können wir, bewaffnet mit einem Oszi, uns das Gerät nochmal ansehen.

      Vielen Dank nochmal und viele Grüße,
      Josef

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