
Kürzlich ist die Technische Hochschule auf uns zugekommen, damit wir ihnen bei der Umsetzung eines Auftrags des BSI, dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik helfen!
Da nicht nur durch das Quasi-Monopol von Microsoft, sondern auch durch die amerikanische Dominanz auf dem Mikroprozessor Sektor die Datensicherheit in Deutschland gefährdet ist, wird für ein „besonderes Projekt“ deutsche Hardware gesucht, die weder mit dem Internet verbunden ist, noch CPUs mit einem Core aus den USA beinhaltet. Neuere CPUs besitzen ja eine Management-Unit, die auch bei ausgeschaltetem Computer aktiv bleibt und Verbindungen nach außen, an „Service-Stellen“ leiten kann. Bei besonders sensiblen Daten ist dies freilich ein No-Go. Sollten amerikanische CPUs, wie z.B. von Intel, AMD, Motorola, um nur einige zu nennen, auch noch in China gefertigt werden, so weiß man nie, ob auch von diesem Land noch Hintertürchen (siehe Links) zur Spionage mit eingebaut werden.

So ist es nicht verwunderlich, dass für Daten mit der größten Geheimhaltungsstufe absolut sichere und verlässliche Hardware vorausgesetzt wird. Da alle modernen Systeme kompromittiert sein könnten, bleibt nur die Verwendung von alter, ausgereifter Hardware.
Doch wie weit in der Zeit muss man zurück? Wie sich bei den Forschern der Technischen Hochschule herausstelle: sehr weit!
Schon die ersten Mikroprozessoren, wie Intels 8008 oder MOS 6502 und auch der Zilog Z80, besaßen undokumentierte Maschinenbefehle, die von Hackern verwendet werden konnten.
So bleibt nur noch der Weg zurück zu der Zeit vor dem „Closed Source“ Mikroprozessor, also als eine CPU noch aus reiner TTL Logik aufgebaut war. Solche Prozessorbaugruppen bestehen aus einer handvoll ICs, deren Aufbau vollkommen transparent ist. Für die Logik wird dann z.B. die ALU 74181 verwendet. Bei dieser Bauweise ist die Einschleusung von Hintertürchen nicht möglich, bzw. würde sofort entdeckt werden.

Doch welche Hardware kann man nun für diese hochsensiblen und geheimsten Daten verwenden? Tja, es gibt leider nicht mehr all zu viele von diesen Geräten und schon gar nicht auf dem freien Markt. So kam die Forschergruppe auf das Computeum zu, da wir noch 3 dieser Rechner haben.
Das sind zwei Dietz Prozessrechner mit 16 bit Wortbreite und eine CTM 70, auch mit 16 bit Wortbreite. Beide basierend auf der 4-bit ALU 74181. Unsere Dietz Computer wurden vom Elektroingenieur Heinrich Dietz und dessen Sohn Peter Dietz entwickelt. Die CTM 70 und deren Prozessor-Board wurde von dem deutschen Computer Pionier Otto Müller entwickelt. Also von daher schon mal sehr sicher!

Die Hochschule ist nun an der Arbeit, sich in diese Computer einzuarbeiten und Programmiersprachen und Datenbanksysteme der damaligen Zeit für ihre Zwecke zu verwenden.
Diese Maschinen können in der nächsten Zeit noch im Computeum in Vilshofen besucht werden, bevor sie dann ihren Dienst in Berlin antreten müssen. Der Umzug muss leider sein, da eine WAN Verbindung Hackern schon wieder Tür und Tor zu diesen Systemen, ansonsten sicheren Systemen, öffnen würde.

