Was? Schon reserviert? Mist!

Letzten Mittwoch hat uns unser Berliner Freund Rainer Siebert auf eine Kleinanzeige mit einer Facit Buchungsmaschine in Osterhofen hingewiesen, also gleich um die Ecke von Vilshofen aus. Jo, Internet ist halt wirklich weitreichend :))

Also gleich an Josef weitergeleitet, dass er mal Kontakt aufnimmt. Am Abend kommt dann die Nachricht, dass das schon reserviert sei. Garniert mit einem weinenden Smiley. Mist.

Also nochmal bei Rainer nachgefragt, der dann aber meint, dass er sie schon mal vorauseilend auf unseren Namen reserviert hatte. Jup, ein klassischer Josef – Er weis genau wie er meinen Blutdruck steuern kann, und er lässt auch keine Möglichkeit aus :))

Unsere neue Facit D12E

Langer Rede kurzer Sinn, am Mittwoch hat er sie dann geholt, und jetzt steht die Facit D12E bei uns gleich neben dem Frieden-Writer. Jetzt beginnt das Rätselraten, was wir da genau haben.

Rainer hat dazu dann noch eine Anzeige gefunden, in der eine optisch sehr ähnliche Maschine, nur ohne die LCD-Anzeige als Datasaab D12 von 1975 beschrieben wird. Neupreis 12.270,- Mark. In der Beschreibung steht, dass der Befehlssatz eine 4 Bit Struktur hat. Das klingt ein bisschen wie eine TA10 aus der gleichen Zeit.

Und die Beziehung zu Facit ist auch klar, da Datasaab Facit 1974 aufgekauft hatte – bevor sie es 1978 wieder verkauften. Eine Nachricht auf einer Mailingliste von 2015 erwähnt dass die Maschine möglicherweise mit einem Intel 4004 aufgebaut ist. Einem der ersten Mikroprozessoren – und eben auch mit 4 Bit. Passt.

Datasaab D12

Im Artikel der schwedischen Wiki zu Datasaab auf der  findet sich nicht nur ein passendes Bild, das verdächtig ähnlich aussieht, sondern auch der Hinweis, dass das Gerät bei Facit, bevor Datasaab die Firma übernahm, ursprünglich 6350 hieß. Und auch, dass es später, als Facit wieder selbstständig wurde, also nach 1978, das Gerät auch technisch weiterentwickelt wurde.  An der Stelle verläuft die Spur erstmal im Sand.

Einblick ins Innere

Aber wie gesagt, inzwischen hatten wir die D12E auf dem Tisch und konnten mal reinschauen. Also ein bisschen. Das Teil ist Massiv gebaut und wir wollten es nicht gleich komplett zerlegen, aber hinten ist eine Klappe, die wohl für den Anbau einer Papierzuführung (siehe das D12 Bild) gedacht ist. Wenn man die abschraubt, dann sieht man viele schöne Käfer auf der Hauptplatine. Moderne Käfer, allen voran Z80-Bausteine und 64 KiB Speicher. War sich nix mit 4-Bit. Und auch nicht wirklich 70er Jahre, da alle Produktionsdaten auf den sichtbaren Chips von Ende 1983 oder Anfang 1984 sind. Schaut aus, als hätten wir das weiterentwickelte Facit Modell, deswegen wohl auch das E bei D12E.

Hab ich vorhin gesagt die Spur verläuft im Sand? Na ja, das stimmt nicht ganz, verbindet man jetzt “Datasaab D12E” in DuckDuckGo (wiedermal so ein Fall wo Google schlechter wird, je mehr sie über einen wissen), so kommt eine Seite in der Kugelmann Büroorganisation GmbH in Wallersdorf über ihre Anfänge berichtet: 1975 mit der “Datasaab D12” und 1985 mit der “Datasaab D12E”. Das passt zeitlich. Und Wallersdorf ist zwischen Plattling und Landau, also auch nicht weit weg. Niederbayern halt. Jede Menge versteckter Helden.

Ein Aufkleber mit Namen und Adresse der Firma Kugelmann
Der Aufkleber

Und obendrein klebt auf unserer D12E auch noch ein Schildchen von genau dieser Firma.

Langer Rede kurzer Sinn, morgen werde ich mir mal den Telefonhörer schnappen und dort anrufen. Mal sehen was die noch wissen…

Die Welt ist ein Dorf, und Bayern genau in der Mitte.

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