
Wenn wir am Sontag offen haben, wird auch immer ein bisschen an der Ausstellung gearbeitet. Dieses Mal wollten wir uns die restlichen “Dreiecke” vornehmen. Die Platten standen ja schon seit langem hinten im Schulungsraum . Was fehlte, war die Konstruktion, die diese Platten aufrecht und an der richtigen Stelle hält.
Was auch noch fehlte waren die CAD-Zeichnungen für die Halterungen. Das Ergebnis war der praktische Einsatz von Geometrie wie weiland in der 5. Klasse 🙂
Eigentlich sollten es geschweißte Metallrahmen sein, aber irgendwie hat das noch nicht geklappt. Damit es endlich vorwärts geht habe ich letzte Woche schon ein paar Dachlatten, Stockschrauben und andere Kleinteile mitgebracht. Ich hatte schon vor Jahren die CAD-Dateien dafür vorbereitet. Die waren zwar für die Metallkonstruktion, hätten aber auch für die neue Variante geholfen … also wenn ich sie dabei gehabt hätte.
Also ging’s darum, das ganze auf Papier nochmal zu konstruieren. Eigentlich ist es ein einfaches rechtwinkliges gleichschenkliges Dreieck mit 65 cm Schenkellänge – bis auf dass einer der Schenkel keine Platte hält, sondern an der jeweiligen Wand befestigt ist. Auf der Suche nach einem groß genugen Stück Papier fanden sich im Lager noch ein Streifen Trägerpapier von einer der Folien die auf die Dreiecke kommen. Super!

Als ich das Papier auf dem Boden ausgebreitet hatte fiel mir ein dass es ja genau die Breite der Hypotenuse des Dreiecks hatte und ich von da aus Zeichnen konnte. Josef meinte, dass ich mir das Sparen könnte und doch einfach einmal umfalten und ich hab das Dreieck. Nur wird beim Umfalten die Seite zur Hypotenuse und das Dreieck damit doppelt so groß. Aber dass kann man ja mit nochmal falten einfach halbieren und man bekommt genau das Dreieck, das wir haben wollten um die Halterung zu konstruieren.
Zweimal gefaltet und geschnitten und es passte haargenau. Mit einem Stück Holz in der Dicke der Platten (17 mm) waren jetzt leicht alle Linien anzuzeichnen. Ganz ohne zusätzliches Rechnen. Entsprechend schnell waren dann auch die benötigten Maße der Holzteile abgenommen und ein erster Satz geschnitten.
Das interessante hier ist weniger, dass wir auch viele Jahre nach der 5. Klasse noch weiß, wie man Dreiecke berechnet, sondern dass selbst in einem Computermuseum geometrisches Rechnen schneller zum Erfolg führen kann als numerisches Rechnen. Das Dezimalsystem und die Rechenknechte rund um uns rum lassen einem viel zu leicht vergessen, wie mächtig geometrische Methoden oder auch das Bruchrechnen sein können.
Also Leute, immer gut in der Schule aufpassen – spätestens wenn man mal ein Computermuseum baut kann man all die komischen Sachen brauchen 🙂

