Festumzug in Vilshofen und Vintage Computer Festival in Hünfeld

Nächsten Sonntag, am 23. August, gibt es kein Computeum, weil die Woche ist ja nicht nur das Volksfest, sondern am Sonntag obendrein der dazu gehörige Festumzug. Da hat jeder Wichtigeres zu tun als ins Computeum zu gehen.

Aber wir legen uns auch nicht auf die faule Haut, sondern sind das ganze Wochenende in Hünfeld beim Vintage Computer Festival. Auf unserem Stand gibt es ein ‘antikes’ Newton-Script Entwicklungssystem für den Apple Newton zu sehen. Wer sich also dem Volksfest entziehen kann und in der Gegend ist, ist herzlich eingeladen vorbeizuschauen. Eintritt ist frei, und wir sind auch nicht die Einzigen mit hübschen Sachen :))

Hazeltine 2000 Terminal

Dietz 621 mit Hazeltine Terminal

Mich reizt es schon ewig, das Terminal an unserer Dietz 621 wieder in Betrieb zu nehmen. Wie manche vielleicht schon bemerkt haben – ich mag Terminals. Unser Terminal lies sich einschalten, zeigte ein paar wirre Zeichen auf dem Bildschirm und reagierte auf ein paar Tastendrücke. Irgendwann machte es dann gar keinen Mucks mehr. Also ist eine Reparatur angesagt.

Um die Ausstellung nicht zu zerreißen, mache ich mich an unser zweites Hazeltine Terminal, das bereits im Lager auf mich wartet. Dieses ist sogar noch älter als unser derzeitiges Ausstellungsstück, denn es ist noch mit ca. 30 kleinen TTL-Platinen ausgestattet. Aber es ist nicht das älteste Terminal dieser Reihe, denn das würde noch Ringkernspeicher verwenden.

Also erstmal alles wieder schön sauber machen und vor allem den bröseligen Schaumgummi  und dessen Kleberreste um den Monitor entfernen. Wer sich genauer über das Innenleben des Terminals informieren will, dem lege ich den ausführlichen Reparaturbericht von Jerry Walker ans Herz. Am Gerät selbst ist eine Sicherung defekt. So messe ich erstmal die Elkos des Netzteils – okay, sieht nicht gut aus – es wird “recapped”, also alle Elkos ersetzt. Auch auf der Ansteuerungsplatine des Monitors ersetze ich alle Elkos.

Jede Menge TTLs

Damit keine der ca. 30 eingesteckten Platinen wegen dem Netzteil schaden nimmt, entferne ich diese und mache zumindest eine optische Kontrolle.
An das Netzteil schließe ich Lastwiderstände, um es unter Last in Betrieb zu nehmen und stelle die entsprechenden Spannungen ein. Das Netzteil funktioniert schon mal.

Mit nur zwei eingesteckten Karten überprüfe ich, ob Reset und Takt erzeugt werden- passt. So, nun gehe ich aufs Ganze und stecke wieder alle Karten in ihre Steckplätze und schalte das Gerät ein – Tada! Es werden Zeichen in leuchtendem Grün angezeigt, man kann den Bildschirm löschen und im Batch-Mode tippen und alle entsprechenden Tasten werden auf dem Monitor angezeigt. Ein Kabel zum Anschluss an den PC ist, Dank dem Verein zum Erhalt klassischer Computer und Wolfgang Robel, schnell gebastelt. So lassen sich nun Daten vom und zum Terminal übertragen.

Solange unsere Dietz 621 nicht läuft, will ich einen Linux-Rechner an das Terminal anschließen. Per agetty könnte man es direkt als Linux Terminal betreiben. Ist aber irgendwie auch nicht so der Bringer, da das Terminal nur Großbuchstaben kann. Funktioniert zwar, aber ist – naja…

Mein nächster Gedanke ist, Eingabemasken wie anno dazumal auf dem Bildschirm darzustellen und als Demo ablaufen zu lassen. Ich lasse mir von einer KI ein paar Seiten erstellen und bin so einigermaßen zufrieden. Ist halt nicht interaktiv.

Dann habe ich mich mit der KI etwas länger unterhalten und wir haben ein Pseudo-ERP System für das Hazeltine 2000 entwickelt, das von unseren Besuchern nun interaktiv verwendet und getestet werden darf.

KI generiertes Pseudo-ERP System

The Museum Formerly Known as Computeum…

Aussenansicht des Computeums mit dem Schriftzug PUTEUM vertikal an der linken Ecke des Hauses
Ab jetzt nur PUTEUM

… henceforth to be called PUTEUM.

Und das hat seinen Grund, weil wir uns ab jetzt nur noch auf den Tomy Pjuta konzentrieren werden.

Alle anderen Rechner wurden am Wochenende zur Entsorgung vorbereitet. Gestern war auch der Verschrotter schon drei mal mit seinem 12-Tonner da und hat eingeladen.  Als er gesehen hat was für arme Kerle wir sind, hat er uns auch noch die Hälfte der Kosten erlassen. Vielen Dank! Ich hoff nur, er hat nicht zu viel Arbeit mit den ganzen Apple II, Atari 400/800 und den dutzenden Commodore PET. Es ist eine echte Erleichterung das Zeug los zu sein !

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Kobold(e) im Museum

Ein grüner Kobold VK 119 lehnt an der Wand
Unser Kobold

Na ja, eigentlich nur einer, aber der ist richtig wichtig: ein klassischer Kobold VK 119 von Anfang der 1980er.  Noch ohne viel Plastik aber schon mit dem großen Stoffbeutel. Die Bürste des 119 ist Perfekt für unseren Teppichboden.

Weil was man gerne vergisst ist dass so ein Museumsbetrieb eigentlich nur recht wenig mit Basteln und ganz viel mit Staubsaugen, Staubwischen, Fensterputzen und so weiter zu tun hat.

Neben dem, was die Besucher reintragen, oder wir beim (immer noch) an der Ausstellung basteln erzeugen, gibt auch den ganzen Vogeldreck der es immer wieder schafft unter der Tür durchzukriechen. Echt nervig das Zeug. Aber der VK119 erledigt  das mit dem Dreck auf dem Boden ganz prächtig, auch wenn man sich doch etwas mehr Saugkraft wünschen würde. Und frische Staubbeutel 🙂